zum Inhalt
Letzte Trefferliste
Die letzte Trefferliste besteht aus Ihrer letzten Suche, samt Filter- und Sucheinstellungen.
Zuletzt gesucht
- Noch keine Suchworte
Info zu SuchanfragenInfo zu Suchanfragen
Schließen
Molitor, Clément Constant: Diözesangeistlicher (* 13.01.1759 - † 16.03.1813)
geb. 13. Januar 1759 in Arlon (B); gest. 16. März 1813 in Fischbach (Dek. Mersch)
- Ort der WeiheTrier (D)
- Tag der Weihe21. September 1782
- Beruflicher WerdegangKaplan Rodenborn ...(05.11.1788) - 11.05.1789
Pfarrverwalter Rodenborn 1787 - 1795
Pfarrer Junglinster 11.05.1789 - 1803
Molitor verweigerte die Leistung des republikanischen Eides, der dem Klerus im Wälderdepartement z. T. ab Mai 1797, definitiv aber ab September 1997 in Form des Hasseides auf das Königtum abverlangt wurde ("Je jure haine à la royauté et à l'anarchie, attachement et fidélité à la République et à la Constitution de l'an III."). Infolgedessen wurde er als eidverweigernder Priester auf den Fahndungslisten der Gendarmerie geführt und musste sich versteckt halten. Spätestens aufgrund des allgemeinen Deportationsbeschlusses vom 14. Brumaire VII (4.11.1798) musste er mit seiner Deportation rechnen. Der letzte von Molitor in den Junglinster Pfarrmatrikelbüchern vorgenommene Eintrag, ein Begräbnisvermerk, datiert vom 20. Mai 1797.
Die Pfarrgüter der Pfarrei Junglinster wurden unter Sequester gestellt und als Domanialgut zur öffentlichen Versteigerung ausgeschrieben.
Am 3.5.1799 erwarb der aus Burglinster stammende Johann Pütz, Friedensrichter des Kantons Betzdorf, das Pfarrhaus und 40 Ruten des Pfarrgartens von Junglinster in öffentlicher Versteigerung für die Summe von 205000 ???.
Am 4.5.1799 suchte ein Detachement von 25 Gendarmen vergebens im Kanton Betzdorf nach 22 zur Deportation ausgeschriebenen Geistlichen, darunter auch Pfarrer Molitor aus Junglinster.
Am 1. Komplementartag des Jahres VII (17.9.1799) wurde die Gemeinde Junglinster verurteilt, zu ihren Lasten dauernd eine Garnison von 36 Grenadieren nebst den dazu gehörenden Offizieren zu quartieren und zu ernähren bis daß der Flüchtige gefasst sei, weil mehrere Einwohner von Junglinster am 1. September 1799 in der Gendarmerie Niederanven dem an diesem Tage verhafteten Pfarrer Molitor zur Flucht verholfen hatten.
Molitor wurde kurze Zeit später erneut verhaftet und in Luxemburg inhaftiert. Nachdem einige Personen sich für ihn verbürgt hatten, wurde er aus dem Gefängnis entlassen und in Luxemburg unter Hausarrest gestellt.
Nach dem Staatsstreich vom 18. Brumaire VIII (9.11.1999) wurden durch den Konsularerlass vom 8. Frimaire VIII (29.11.1799) die Deportationsstrafen gegen eidverweigernde Geistliche aufgehoben. Am 23. Nivôse VIII (13.01.1800) wurde Molitor von der Deportationsstrafe freigesprochen. Er konnte demnach wieder nach Junglinster zurückkehren.
Am 21.11.1800, 7 Monate nach seiner "par le Bienfait des Consuls" (Zitat Molitor) erfolgten Freilassung, leistete er den Treueeid auf die Verfassung vom 23. Frimaire des Jahres VIII (14.12.1799).
Da das Pfarrhaus verkauft war, brachte man ihn im ersten Stockwerk des zu diesem Zeitpunkt schon sehr desolaten Schulhauses unter in dessen im Erdgeschoß gelegenen Schulsaal er den Kindern Schulunterricht erteilte. Nachdem er aufgrund des sich verschlechternden baulichen Zustandes des Schulhauses und den von seinen Widersachern ausgeübten Druck zum Verlassen des Schulhauses genötigt worden war fand er in der Folgezeit im Hause von nachweislich mindestens drei Privatpersonen der Ortschaft Unterkunft.
Wegen des veräusserten Pfarrhauses und möglicherweise auch wegen der, wenn auch späten, Eidesleistung Molitors kam es im Vorfeld der nachkonkordatären Pfarrneuordnung und der damit verbundenen Pfarrerernennung in Junglinster zu einer vor allem von dem mächtigen Friedensrichter Pütz im Verbund mit einigen von ihm abhängigen Personen (beigeordneter Bürgermeister Olinger; der in Altlinster wohnende Comte de Paheau) initiierten und gesteuerten Opposition gegen Molitor.
Am 14.7.1802 reichte Pütz eine Petition des Gemeinderates mit einer Unterschriftenliste vieler Einwohner an den Präfekten ein zwecks Erhebung der Pfarrei Junglinster zur Kantonalpfarrei (Cure de 1re classe) sowie zur Ersetzung von Pfarrer Molitor durch den aus Altlinster stammenden bisherigen Pfarrer von Messancy, Mathias Coner.
Molitor berichtete dem Präfekten, der Widerstand gegen seine Person habe nichts mit seiner (späten) Eidesleistung zu tun, sondern beruhe einzig und allein auf persönlichem Interesse des Friedensrichters Pütz.
Dieser habe ihm nach seiner Freilassung das Pfarrhaus für 325 Louis d'or zum Rückkaufe angeboten, eine Summe die er als völlig überzogen halte und die er auch in keiner Weise zu zahlen in der Lage war. Pütz versuche seither, ihm mit allen Mitteln zu schaden und erhoffe sich von der Ernennung eines anderen Pfarrers persönliche Vorteile.
Pfarrer (Desservant) Launstroff (Launsdorf) (F, Lothringen) 1803 - 1807 (?)
Pfarrer (Desservant) Fischbach 02.04.1807 - † 16.03.1813 - Faust-IDONR-55932