- TitelMoralia in Iob
- Verfasser
- Provenienz
- Entstehung
- UmfangPergamentfragment, 1 Blatt, beidseitig beschriftet
- Abmessungen36cm x 23,4cm
- AnmerkungTrier, Abtei St. Maximin [?]
- SignaturGV.Ms-Fr 3
- Sachbegriffe
- Personen
- Dokument-IDONR-49964
- Übergeordnete StrukturGV.Manuskripte - Fragmente
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Darin
Das Fragment bildete den Einband des Rechnungsregisters PA.Manternach 1. Es handelt sich um einen Teil eines zweifach beschnittenen Bogens aus einer makulierten mittelalterlichen Handschrift. Der Bogen wurde erstens entlang der Falz in der Mitte vertikal durchschnitten, der übriggebliebene Halbbogen etwa mittig horizontal durchtrennt. Ausgehend von den Maßen des Fragments (36x23,4 cm) kann die Größe des gesamten Bogens mit seinen vier Textseiten auf 72x47cm geschätzt werden. Das vorliegende Fragment bildete die obere Hälfte des zerschnittenen Halbbogens.
Der Text enthält eine Passage aus Gregor, Moralia in Iob, liber 4, praefatio. Thomas Falmagne datiert die Handschrift in das 9. Jhdt. Das Blatt ist beidseitig in zwei Kolonnen beschrieben. Bei der Schrift handelt es sich um eine karolingische Minuskel. Auf der in der Verwendung als Einband nach außen gewendeten Seite des Blattes befindet sich oben links am Beginn der ersten Zeile eine verzierte, deutlich vergrößerte, sich über vierzehn Zeilen erstreckende, 13 cm hohe Initiale Q, deren Kreisbogen aus einem sich krümmenden Fisch mit blattartig aufgefächertem Schwanz, einem aus gelb-grün-rotem Flechtwerk gebildeten Körper und einer ähnlich gestalteten Zunge (oder ausgespuckten Wasserfontäne?) besteht, während die Unterlänge durch einen sich nach oben streckenden, mit dem Kopf an den Kreisbogen anschließenden, gleichartig gestalteten Fisch mit einer blatt- bzw. palmettenartig gestalteten Zunge (oder ausgespuckten Wasserfontäne?) gebildet wird. Der die Unterlänge bildende Fisch hat eine Rückenflosse, die aus einem roten und einem grünen Strich gebildet wird. In beiden Fällen ist der Kopf durch ein breites rotes Band vom übrigen Körper abgesetzt und einfarbig grün-schwarz gehalten. Das Maul ist bei beiden leicht geöffnet, der Oberkiefer deutlich größer und länger als der Unterkiefer. Die Augen sind in die hintere Kopfhälfte gerückt, kreisrund, rot und mit einer schwarzen Pupille versehen. Vergleiche z.B. Sacramentarium gelasianum, Bibliothèque nationale de France. Département des Manuscrits. Latin 12048, u.a. Miniaturen fol. 3r, fol. 7r, fol. 8r, fol. 8v. Die erste Zeile ist abgesehen von der Initiale in vergrößerten Majuskeln in roter Tinte gehalten, während der übrige Text in schwarzen Minuskeln ausgeführt wurde.
Manternach, woher das Register stammt, war im Mittelalter und der frühen Neuzeit Filiale der Pfarrei Wasserbillig (vgl. Ferdinand Pauly, Siedlung und Pfarrorganisation im alten Erzbistum Trier. Das Landkapitel Mersch, Trier 1970, S. 202) und zählte zur Grundherrschaft Mertert (vgl. ebenda), welche der Abtei St. Maximin bei Trier zueigen war. Die Abtei St. Maximin unterhielt im 15. und 16. Jahrhundert sowie zwischen 1674 und 1750 eine eigene Buchbinderei, in welcher mittelalterliche Kodizes zur Gewinnung von Einbandmaterial zerlegt wurden (Bertram Resmini, Die Benediktinerabtei St. Maximin vor Trier, Berlin 2016, S. 154-155). Die Eintragungen in PA.Manternach 1 beginnen 1685, der Band dürfte also kurz zuvor angefertigt worden sein. Angesichts der Verbindungen Manternachs zur Abtei St. Maximin, der dort zu beobachtenden Praxis der Handschriftenverwertung zu Einbandzwecken und dem Umstand, daß sich solche Fragmente - auch des 9. Jahrhunderts - tatsächlich z.B. in der Stadtbibliothek Trier befinden, stellt sich die Frage, ob ein Zusammenhang besteht und das Register möglicherweise in der Buchbinderei der Abtei in ein aus einem Kodex der Abteibibliothek stammendes Pergament eingebunden wurde.
Klassifikation
